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ŠKOLY PRO AFRIKU
SCHOOLS FOR AFRICA
SCHULEN FÜR AFRIKA
 
Schulen für Afrika e. V.
95615 Marktredwitz, Jaegerstrasse 1,
Steuernummer: 223 / 110 / 70502
Registriernummer: VR 200014
1. Vorsitzender: Rüdiger Grenzdörffer
Tel: +49 9231 985057

2. Vorsitzender: Peter Rudorf
Tel: +49 9281 84404

schulenfuerafrika@web.de

Vorrede des tschechischen Ethnologen Dr. Miloslav Stingl
Vorrede des Präsidenten des Vereines "Schulen für Afrika"
Tansania
Was versteht man unter dem Wort Makonde?
Warum entstand das Projekt "Schulen für Afrika"?
Warum Chikundi?
Deutsche Benediktiner-Mission in Ndanda
Was bedeutet TCA, CHAWASAWATA?
Kostenvoranschlag - Phase I - Computer Darstellung - BILDERGALERIE


Vorrede des tschechischen Ethnologen Dr. Miloslav Stingl
Während des Zeitraumes von 35 Jahren besuchte ich in mehr als 150 Ländern auf unserem Erdball verschiedene Kulturen wie die der Indianer, Eskimos, Polynesier, Papuaner usw. und habe immer sehr hoch die Bestrebungen geschätzt, die zur Erhaltung des unikaten Kulturerbes eines bestimmten Landes führen. Deshalb halte ich das Projekt „Schulen für Afrika“ in Chikundi/Südosttansania für wertvoll und nutzbringend. Dipl. Ing. Miroslav Širš sagt dabei nicht, was er tun würde. Er hat schon viel getan, vor allem für die Propagierung von afrikanischen Kulturen in Tschechien und der EU. Er hat hinter sich greiffbare langjährige Erfolge wie z.B. eine unikate Sammlung der afrikanischen Holzbildhauerkunst (vor allem Makonde) oder das multiethnische Festival „Muli Bwanji“ (www.impala-gallery.com), Ausstellungen und Vorträge über die Region von Süd- und Ostafrika, die für unsere Mitbürger ein Tor zum Kennenlernen von interessanten aussereuropäischen Kulturen darstellen, und die zur gleichen Zeit auch ein wirksames Mittel im Kampf gegen Xenofobie und Rassismus repräsentieren. Deshalb hat dieses Projekt meine herzliche und volle Unterstützung.
Dr. Miloslav STINGL, Ethnologe, Forschungsreisende und Schiftsteller

Vorrede des Präsidenten des Vereines "Schulen für Afrika"
Als ich im Jahre 1989 den Wettbewerb für die Position eines Spezialisten für die Veredlung von Platin und Platinmetallen in Südafrika gewann, vermutete ich nicht, dass ich gerade einen lebenslangen Vertrag mit Afrika unterzeichnete. Südafrika bedeutete für mich einen riesigen professionellen und sprachlichen Aufstieg und ich fand dort meine zweite und herzliche Heimat. Während der 5 Arbeitsjahre besuchte ich bei meinen Reisen alle Länder der Südafrikanischen Region (Republik von Südafrika, Lesotho, Namibia, Angola, Botswana, Swasiland, Simbabwe, Sambia), anschliessend auch Malawi, Kenia und Tansania. Ich hatte dabei die Möglichkeit, diese alten Kulturen, anders als ein normaler Tourist kennenzulernen, und war stets durch sie fasziniert, vor allem durch die dortige bildende Volkskunst. Nach der Rückkehr in die Tschechische Republik zielte ich meine Aktivitäten auf die Propagierung dieser Kulturen und der Hilfe für die Menschen des weltärmsten Kontinents, die leider noch immer ausserhalb der Interessen der sogenannten reichen Ländern stehen. Das Resultat meiner langjährigen Aktivitäten ist das Projekt einer Holzbildhauerschule in Chikundi / Südosttansania, dass sich die Bewahrung des unikaten Kulturerbes des Makonde-Stammes zum Ziel gesetzt hat. Ich fühle mich sehr geehrt durch die Äusserungen von Dr. Miloslav Stingl, der lebenden Legende der Weltethnologie, der nicht zuletzt auch durch sein Charisma unser Projekt beschirmt. Ich hoffe, dass das Projekt „Schulen für Afrika“ sein Vertrauen nicht enttäuscht.
Dipl. Ing. Miroslav ŠIRŠ

Tansania
Es ist sehr schwer Tansania ohne Benutzung von Superlativen zu beschreiben. Man findet hier den höchsten Gipfel Afrikas (Kilimandscharo), den niedrigsten Punkt (der Grund des Tanganjika-Sees), den grössten Süsswassersee (Victoriasee ) und das grösste Naturschutzgebiet des afrikanischen Kontinents (Selous Game Reserve, eingetragen in die UNESCO-Liste). Aus Tansania stammen die bisher ältesten Funde der Vorgänger der heutigen Menschheit, man findet hier die Spuren einer der ältesten afrikanischen Zivilisationen und mehr als 100 verschiedene ethnischen Gruppen. Tansania gehört aber statistisch auch zu den 10 ärmsten Ländern der Welt !
Während meiner Reisen in die süd-, südost- und ostafrikanischen Regionen bin ich immer bestrebt, die Besonderheiten von verschiedenen Volksstämmen, die ein bestimmtes Gebiet bewohnen, zu verstehen. Dabei habe ich stets entdeckt, wie unerschöpflich der Brunnen der Ideen ist, wovon die traditionellen Volkskünstler ihre Motive schöpfen, wie z.B. die Steinkunstgebilde aus Simbab we oder Holzbildhauer aus Malawi, Sambia oder Tansania. Die besten Kunstwerke, die sich durch ungebundene Virtuosität und Detailgefühl kennzeichnen, stammen dabei eindeutig von dem „geheimnisvollen“ Makonde-Schnitzern in Südosttansania.

Was versteht man unter dem Wort Makonde?
Der Makonde-Stamm gehört zum größten Stamm Tansanias. Er stammt ursprünglich aus Nordmocambique und begann am Ende des 19. Jahrhunderts nach Südosttansania zu migrieren, um der portugiesischen Kolonialunterdrückung zu entkommen, um auf den Sisal- und Kopraplantagen als Lohnarbeiter zu arbeiten. Im Leben des Makonde-Volkes herrscht das Matriarchat. Obwohl sich Sitten und Bräuche mit der Zeit ändern, ist es immer üblich, dass z.B. die Erbschaft oder die Kinder der Frau zufallen, und dass der Bräutigam nach der Hochzeit in das Dorf seiner neuen Frau umzieht. Die Ansiedlungen der Makonde sind ziemlich zerstreut. Es liegt in der Vergangenheit begründet, wo sich die Makonde bemühten, sich vor den Sklavenjägern zu “verstecken”. Jedes Dorf hat seinen Häuptling (der Titel wird vererbt) und wird durch den Rat der Stammesältesten geleitet. Dank der Unzugänglichkeit der Makonde-Hochebene (700 bis 900 m über dem Meeresspiegel), wo die Mehrheit dieses Volksstammes einen relativ sicheren Zufluchtsort vor den Sklavenjägern, den aufdringlichen Mücken und den Tse-Tse Fliegen fand, blieb der Makonde-Stamm fast unberührt durch die kolonialen und postkolonialen Zivilisationseinflüsse. Deshalb zählt er zu den traditionellsten Kulturen in Tansania. Holzbildhauerkunst spielte schon immer eine wichtige Rolle in der Geschichte des Makonde-Volkes. Der Makonde- Mythos der Schöpfung sagt, dass der erste Mann eine Frauenfigur aus einem Baumstamm schnitzte. Diese stellte er in eine aufgerichtete Position und sie begann am nächsten Tag zu leben. Die Makonde sind durch ihre ausgezeichneten Holzschnitzereien berühmt und ihre Kunstwerke zählen zu den besten und meistgesuchten auf dem ganzen afrikanischen Kontinent. Holzbildhauer aus Tansania (Fotogalerie)

Warum entstand das Projekt "Schulen für Afrika"?
Das Projekt „Schulen für Afrika“ entstand zum Zwecke des Erwerbs von finanziellen und unterstützenden technischen Mitteln für den Aufbau und Betrieb einer Schule, Werkstätten und eines Kulturzentrums für die Holzbildhauer in Chikundi/Südosttansania. Es hat sich zum Ziel gesetzt, neue Arbeitsstellen zu schaffen, in einer Region, die zu den ärmsten in Tansania zählt. Es soll auch die junge Generation motiviert werden, dass sie diese Region auf der Suche nach Arbeitsstellen in anderen Städten nicht verläßt und weiterhin auch wesentliche Verbesserungen der schlechten Arbeitsbedingungen der ansässigen Holzbildhauer, die zu den besten Volkskünstlern in ganz Afrika zählen, erreicht werden. Für diesen Zweck wurde der TCA, unserem tansanischen Partner, ein Grundstück in der Grösse von 10 Acker (4 Hektar) durch den Beschluss des Rates der Stammesältesten in Chikundi vom 28.10. 2005 zugeteilt. Ein wesentlicher Gesichtspunkt hierin ist auch der ökologische Aspekt. Ein Bestandteil dieses Projektes ist sowohl eine Ebenholzplantage, in der lokalen Swahili-Sprache „mphingo“, als auch eine Plantage von anderen gefährdeten tropischen Harthölzern wie „mkuruti“, „mcheji“, „mtachi“ oder „mkunungu“, was in Tansania ein völlig unikates Projekt darstellt. In einer Situation, in der täglich die wertvollen Naturquellen zum Zwecke der Brennholzbeschaffung geplündert werden, betrachten wir unser Projekt als sehr zukunftsweisend. Für diesen Zweck wurde der TCA, unserem tansanischen Partner, ein weiteres Grundstück in der Grösse von 20 Acker (8 Hektar) durch den Beschluss des Rates der Stammesältesten in Chikundi vom 14.11. 2005 zugeteilt. Insgesamt stehen unserem Verein 30 Acker Land (12 Hektar) zur Verfügung. Durch die oben genannten Fakten bin ich auch persönlich davon überzeugt, dass die Einzigartigkeit des Kulturerbes des Makonde-Stammes einen Eintrag in das UNESCO Buch des unikaten Nationalkuturerbes verdient. Unser Partner, die TCA, hat schon die zuständigen Behörden, das „National Arts Council of Tanzania“ angesprochen. Ich bin auch fest überzeugt, dass wir nach der erfolgreichen Vollendung des Chikundi-Projektes dort als Bonus auch ein Kunstmuseum des „geheimnisvollen“ Makonde-Volkes eröffnen.

Warum "Chikundi"? Chikundi (Fotogalerie)
Nach einem Beschluss der TCA Vertreter wurde für das Projekt das Dorf Chikundi ausgewählt. Es ist 36 km von Masasi, dem Verwaltungszentrum dieser Region entfernt und ist relativ leicht zugänglich (Asphaltstrasse bis nach Mtwara am Indischen Ozean – drittgrösster Hafen Tansanias mit direkter Schiffsverbindung nach Hamburg), auch ist hier die Möglichkeit für Wasser- und Stromanschluss gegeben. Im Osten grenzt Chikundi an das Dorf Mkalapa, im Westen an das Dorf Mbaju, im Süden an die Makonde-Hochebene und das Dorf Chiwata, im Norden an das Dorf Mtunungu. In insgesamt 712 Besitzungen leben 2.846 Einwohner (1.126 Männer und 1.720 Frauen). Ihr Lebensunterhalt ist die Landwirtschaft (Mais, Stärkeknollen Kassawa, Reis sowie Nutzviehzucht,wie Ziegen, Schweine, Schafe, Hühner und Enten). Als Marktfrüchte werden Cashew-Nüsse, Reis, Tomaten, Orangen und Mango angebaut. In Chikundi findet man eine Schule und einfache Apotheke (Dispensary). Laut Informationen von den Stammesältesten hat der Name seinen Ursprung in einem Baum, den man „mkundi“ nennt. Unter diesem Baum fliesst ein Bach in den Fluss Chikundi, und gerade hier gründeten im 19. Jahrhundert die ersten Ansiedler ein Dorf mit dem gleichen Namen. Man findet hier grosse Konzentration von talentierten Holzschnitzern, die ohne jedwedes Hinterland ihr Leben fristen.Was aber außerordentlich wichtig ist: Es befindet sich nur 4 km von der deutschen Benedektiner- Mission in Ndanda entfernt.

Deutsche Benediktiner-Mission in Ndanda www.ndanda.org 
Eine wichtige Stütze für unser Projekt sind die Benediktinermönche, die in der Region von Südosttansania schon seit 1905 wirksam sind. Sie betreiben oder unterstützen die dortigen Grund- und Mittelschulen, Krankenhäuser, Kirchen. Die Ortsbevölkerung betrachtet sie als einen unentbehrlichen Bestandteil ihres Lebens. Die Ndanda-Mission verfügt über die notwendigen Mittel (LKW, Werkzeuge, Sägewerk, E-mail, Telefon usw.), was für unser Projekt äusserst wichtig ist. Ich bin sehr glücklich, dass Bruder Andreas Kurzendorfer, der Architekt der Ndanda-Mission, seine persönliche Hilfe für unser Chikundi-Projekt zugesagt hat. Wer die deutsche Gründlichkeit kennt, wird sicherlich zustimmen, das wir auch hier einen verlässlichen Partner haben.
Ndanda (Fotogalerie)

Was bedeutet CHAWASAWATA (in Swahili Chama Cha Wasanji Wachongaji Tanzania)?
Die Holzbildhauerassoziation Tansanias (Tanzania Carvers Association – TCA) wurde in 1987 als eine nicht staatliche Organisation gegründet und ist gemäss dem Gesetzes der tansanischen Regierung Nr.23 von 1984 registriert.. Gegenwärtig fungiert sie unter dem Ressort des tansanischen Ministeriums für Schulwesen und Kultur. Mitglieder des Koordinierungskomitees für das Chikundi-Projekt sind ehemalige und aktive Holzbildhauer mit internationalen Erfahrungen, mehr als die Hälfte von den unten genannten Mitgliedern stammt dabei direkt aus der südöstlichen Region:
Focus SENYA - Präsident der TCA
Rashid J. LUKWEKWE - Vizepräsident der TCA
Zahoro J. MADONGO - Generalsekretär der TCA
Mbelwa M. MNUNGWANA - Koordinator der TCA für ausländische Kommunikation
Stewart M. MAUSEN - Mitglied des Exekutiv- und Bildungskomitees der TCA
Joseph M. NYUNGA - Mitglied des Bildungskomitees der TCA
Thobias T. LICHANDA - Koordinator für Chikundi, Mitglied der TCA